Im Lagerraum stapeln sich die Kisten. Vierzehn Stück, seit Wochen. Jemand müsste sie zum Automaten fahren, dort einzeln einwerfen, warten, bis der Bon kommt — und dann? Der Aufwand ist der Grund, warum in vielen Betrieben, Vereinen und Haushalten Leergut liegen bleibt, obwohl alle wissen, dass Geld darin steckt.
Genau an dieser Stelle setzt eine Abholung an. Sie nimmt den Teil ab, der niemandem Freude macht: das Transportieren, das Einlösen, das Abrechnen. Was bleibt, ist das Sammeln — und die Entscheidung, wohin der Erlös geht.
Dieser Beitrag beschreibt, wie das praktisch abläuft: für wen es sich lohnt, wie Sie richtig zwischenlagern, wann der beste Zeitpunkt zum Anmelden ist, und welche Fehler eine Abholung unnötig aufwendig machen.
Warum Leergut liegen bleibt
Es liegt selten am Willen. Es liegt an einer Kette von kleinen Hürden, die zusammen ausreichen, um die Sache aufzuschieben:
Der Transport. Leergut ist sperrig. Wer keinen Kombi hat, braucht zwei Fahrten oder muss jemanden fragen.
Die Automaten. Größere Mengen einzeln einzuwerfen dauert. In Stoßzeiten steht man an, und bei manchen Automaten ist nach einer bestimmten Menge Schluss.
Die Zuständigkeit. In Betrieben und Vereinen ist meistens niemand ausdrücklich verantwortlich. Was alle für sinnvoll halten, aber niemandem zugeteilt ist, passiert nicht.
Der Gegenwert. Für den Einzelnen ist der Betrag klein — für das Ganze nicht. Genau dieses Missverhältnis führt dazu, dass sich der Aufwand für niemanden zu lohnen scheint.
Eine Abholung räumt alle vier Hürden auf einmal ab.
Für wen sich eine Abholung eignet
Nicht jede Menge rechtfertigt eine Fahrt. Sinnvoll wird es dort, wo regelmäßig etwas zusammenkommt:
- Betriebe mit Getränkeautomat, Kantine oder Kaffeeküche
- Vereine mit Vereinsheim, Heimspielen oder regelmäßigen Veranstaltungen
- Schulen und Bildungseinrichtungen
- Hausverwaltungen und größere Wohnanlagen
- Gastronomie und Veranstaltungsorte
- Privatpersonen, die über längere Zeit gesammelt haben — etwa nach einem Fest
Wir sind bundesweit und in Österreich unterwegs. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Menge reicht: Fragen Sie. Wir sagen Ihnen ehrlich, wenn es sich noch nicht lohnt und Sie besser sammeln, bis mehr zusammen ist. Weitere wiederkehrende Punkte — Kosten, Behältergröße, Aufwand im Betrieb — beantworten die häufigen Fragen.
Was in einer Kiste eigentlich steckt
Viele unterschätzen den Wert des Lagerbestands, weil sie in Einzelflaschen denken. Die gesetzlichen Beträge sind schnell erklärt:
- 25 Cent auf Getränkedosen und Einweg-Kunststoffflaschen — das ist der Regelfall bei allem, was aus dem Automaten oder dem Getränkemarkt kommt.
- 8 oder 15 Cent auf Mehrweg-Glasflaschen, je nach Gebinde.
- 1,50 Euro auf einen vollen Kasten Mehrwegflaschen — der Kasten selbst zählt mit.
Rechnen Sie einmal überschlägig für sich: Eine Kiste mit zwanzig Einwegflaschen sind fünf Euro. Zehn solcher Kisten, wie sie sich in einem Betrieb über ein Quartal ansammeln, sind fünfzig. Bei einer Sammelstelle, die das ganze Jahr läuft, kommt eine Größenordnung zusammen, mit der ein Projekt tatsächlich etwas anfangen kann.
Der Punkt ist nicht die einzelne Flasche. Der Punkt ist, dass sich Kleinbeträge über Zeit und Menge summieren — und dass sie sonst schlicht verfallen.
Was Sie tun müssen — und was nicht
Die Arbeitsteilung ist einfach.
Ihre Seite: sammeln, trocken zwischenlagern, Bescheid geben, wenn genug da ist. Am Abholtag jemanden erreichbar haben, der den Zugang zeigt.
Unsere Seite: Termin abstimmen, abholen, sortieren, einlösen, abrechnen und den Erlös an das vereinbarte Projekt weitergeben.
Sie müssen weder zählen noch sortieren noch Bons einlösen. Die Abholung kostet Sie nichts.
Richtig zwischenlagern
Der häufigste Grund für eine mühsame Abholung ist schlechte Lagerung. Vier Punkte genügen:
Trocken und abgedeckt. Nasses Leergut ist schwerer, unangenehm zu handhaben und zieht Insekten an. Ein überdachter Platz reicht, es muss kein beheizter Raum sein.
In Säcken oder Kisten, nicht lose. Lose geschüttetes Leergut lässt sich nicht sinnvoll verladen. Pfandsäcke oder stapelbare Kisten machen den Unterschied zwischen zwanzig Minuten und zwei Stunden.
Getrennt nach Art, wenn es ohne Aufwand geht. Dosen und PET-Flaschen in getrennten Behältnissen sind hilfreich, aber kein Muss. Wenn die Trennung schon beim Einwurf passiert — etwa durch zwei Sammelbehälter — ergibt sie sich von selbst.
Erreichbar. Ein Lagerplatz im dritten Stock ohne Aufzug verlängert jede Abholung erheblich. Ebenerdig und in der Nähe einer Zufahrt ist ideal.
Was nicht ins Leergut gehört: Verpackungen ohne Pfand, Glasflaschen aus dem Handel ohne Pfandzeichen, beschädigte Dosen und alles, was kein Getränkebehälter ist. Das lässt sich beim Sammeln leichter aussortieren als hinterher.
Der beste Zeitpunkt zum Anmelden
Melden Sie sich, bevor der Lagerplatz voll ist — nicht danach. Zwei Gründe:
Erstens braucht die Terminabstimmung ein paar Tage. Wer erst anruft, wenn der Raum überquillt, hat in der Zwischenzeit ein Platzproblem.
Zweitens lässt sich die Menge dann besser einschätzen. Eine grobe Angabe genügt: wie viele Säcke oder Kisten, überwiegend Flaschen oder Dosen, und wo genau es steht.
Für laufende Sammelstellen empfiehlt sich ein fester Rhythmus statt einzelner Anfragen. Wer weiß, dass alle acht Wochen abgeholt wird, plant den Lagerplatz entsprechend und muss nicht jedes Mal neu überlegen.
Wie ein Abholtermin abläuft
1. Anfrage. Sie melden sich mit Ort, ungefährer Menge und einer Ansprechperson.
2. Terminabstimmung. Wir schlagen einen Zeitraum vor, der zu Ihrer Erreichbarkeit passt.
3. Abholung. Das Leergut wird verladen. Je nach Menge dauert das zwischen wenigen Minuten und einer guten Stunde.
4. Einlösen und Abrechnen. Übernehmen wir vollständig.
5. Weitergabe. Der Erlös geht an das Projekt, das Sie mitbestimmt haben.
Die Einzelheiten und das Anfrageformular finden Sie unter Pfandspenden abholen lassen.
Wohin der Erlös geht
Vollständig an gemeinnützige Projekte — es wird kein Anteil einbehalten. Welches Projekt unterstützt wird, bestimmen Sie mit; die Auswahl steht unter Spendenziele und reicht von Tafeln über Bildungsprojekte bis zu Naturschutzvorhaben.
Für Betriebe und Vereine ist das der eigentliche Unterschied zur normalen Rückgabe: Aus einer lästigen Aufgabe wird eine Aussage, die man erzählen kann — im Intranet, im Vereinsheft, gegenüber Kunden. Und zwar eine belegbare, weil ein benanntes Projekt dahintersteht.
Wie Sie andere zum Mitsammeln bringen
In Betrieben und Vereinen steht und fällt die Menge damit, ob die Leute mitmachen. Drei Dinge wirken, ein viertes nicht.
Sagen, wofür. „Wir sammeln Pfand“ bewegt niemanden. „Wir sammeln für die Tafel“ schon. Ein benanntes Ziel ist der wirksamste einzelne Hebel — und der Grund, warum die Auswahl des Projekts keine Formsache ist.
Den Weg kurz halten. Wer zum Abgeben durch das halbe Gebäude laufen muss, tut es einmal. Die Sammelstelle gehört dorthin, wo die Getränke leer werden.
Zwischendurch berichten. Nach der ersten Abholung eine kurze Notiz ins Intranet, ans schwarze Brett oder ins Vereinsheft: was zusammenkam und wohin es ging. Das ist der Moment, der aus einer Aktion eine Gewohnheit macht.
Was nicht wirkt: Wettbewerbe zwischen Abteilungen oder Mannschaften. Sie bringen drei gute Wochen und danach einen Einbruch, der tiefer liegt als vorher. Was trägt, ist Routine, nicht Anreiz.
Und ein praktischer Hinweis: Erlauben Sie ausdrücklich, dass Leergut von zu Hause mitgebracht wird. Das erhöht die Menge oft deutlicher als jede Ansprache — und kostet nichts.
Sammeln ohne eigenen Behälter
Für den Anfang brauchen Sie keine Anschaffung. Wer erst einmal ausprobieren möchte, ob sich das Sammeln lohnt, kommt mit dem aus, was ohnehin da ist:
Stabile Kisten oder Getränkekästen an einer festen Stelle, deutlich beschriftet. Ein Blatt Papier mit „Leergut für [Projektname]“ reicht als erste Kennzeichnung.
Ein abschließbarer Nebenraum als Zwischenlager, damit die Sammelstelle selbst nicht überquillt.
Nach ein paar Wochen wissen Sie, wie viel bei Ihnen tatsächlich anfällt — und ob sich ein richtiger Sammelbehälter lohnt. Diese Reihenfolge ist die ehrlichere: erst messen, dann anschaffen. Wir raten niemandem zu einem Behälter, bevor klar ist, dass er gebraucht wird.
Einmalig abholen lassen oder dauerhaft sammeln?
Beides ist möglich, und die Entscheidung hängt davon ab, ob bei Ihnen laufend Leergut anfällt.
Einmalig passt nach einem Fest, einem Umzug oder wenn sich über Jahre etwas angesammelt hat. Dafür brauchen Sie nichts weiter als eine Anfrage.
Dauerhaft lohnt sich überall dort, wo jede Woche etwas zusammenkommt. Dann ist ein eigener Sammelbehälter sinnvoll: Er macht das Sammeln sichtbar, verhindert, dass Leergut im Restmüll landet, und ersetzt das Kistenlager. Worauf es bei der Auswahl ankommt, steht in unserer Kaufberatung; die Modelle selbst im Shop.
Der Behälter ist eine einmalige Anschaffung — die Abholung bleibt in beiden Fällen kostenlos.
Abholung oder Spendenknopf am Automaten?
Viele Supermärkte haben am Pfandautomaten inzwischen einen Knopf, mit dem sich der Bon direkt spenden lässt. Die Frage liegt nahe: Warum dann eine Abholung?
Beides hat seinen Platz, und es hängt von der Menge ab.
Der Spendenknopf ist ideal für den Wocheneinkauf. Sie sind ohnehin dort, der Bon ist klein, ein Druck genügt. Für Privathaushalte mit überschaubarem Aufkommen ist das der bequemste Weg — und ehrlich gesagt der bessere, weil kein Fahrzeug bewegt wird.
Die Abholung greift, wo der Automat an seine Grenze kommt: bei Mengen, die niemand mehr im Auto transportieren mag, bei Betrieben, Vereinen und Einrichtungen, und überall dort, wo das Sammeln dauerhaft organisiert werden soll. Dort scheitert die Automatenlösung nicht am Willen, sondern an der Logistik — genau an den Hürden vom Anfang dieses Beitrags.
Der zweite Unterschied betrifft die Bestimmung: Am Automaten spenden Sie an das Projekt, das der Markt ausgewählt hat. Bei einer eigenen Sammelstelle bestimmen Sie mit, wohin der Erlös geht — und können das gegenüber Mitarbeitenden, Mitgliedern oder Eltern auch benennen.
Wenn Sie also zu Hause zehn Flaschen haben: Nehmen Sie den Knopf im Supermarkt. Wenn im Lagerraum vierzehn Kisten stehen: Melden Sie sich bei uns.
Was danach mit dem Material passiert
Das eingelöste Leergut geht über das Pfandsystem in die Verwertung. PET-Flaschen und Aluminiumdosen sind sortenrein sammelbare Wertstoffe; über die Rückgabe gelangen sie in einen Kreislauf, der ihnen eine zweite Runde ermöglicht.
Landet dieselbe Flasche im Restmüll, ist dieser Weg versperrt — sie wird verbrannt. Das ist der unspektakuläre Teil einer Abholung, aber der handfeste: Sie sorgt dafür, dass Verpackungen dort ankommen, wo sie hingehören, statt in der Verbrennung zu enden.
Vier Fehler, die eine Abholung aufwendig machen
Zu spät melden. Wenn der Lagerplatz voll ist, entsteht Druck, den niemand braucht. Melden Sie sich, wenn Sie zwei Drittel erreicht haben.
Lose lagern. Der mit Abstand größte Zeitfresser beim Verladen. Säcke oder Kisten kosten fast nichts und sparen Stunden.
Niemanden erreichbar haben. Wenn am Abholtag keiner den Lagerraum aufschließen kann, war die Fahrt umsonst. Eine Handynummer im Vorfeld löst das.
Fremdmaterial dazwischen. Verpackungen ohne Pfand müssen aussortiert werden. Wer das beim Sammeln erledigt, spart es sich später.
Häufige Fragen
Was kostet die Abholung?
Nichts. Für Sie entstehen keine Kosten.
Ab welcher Menge lohnt es sich?
Das hängt von der Entfernung und der Menge zusammen ab. Fragen Sie einfach an — wir sagen Ihnen ehrlich, ob es sich schon rechnet oder ob Sie besser noch sammeln.
Wie oft kann abgeholt werden?
So oft es Ihr Aufkommen erfordert. Für laufende Sammelstellen vereinbaren wir am besten einen festen Rhythmus.
Muss ich vorher zählen oder sortieren?
Nein. Eine grobe Mengenangabe reicht. Sortieren übernehmen wir.
Bekomme ich eine Bestätigung?
Sprechen Sie uns an. Was möglich ist, hängt von der Konstellation ab und wird im Einzelfall geklärt.
Gilt das auch in Österreich?
Ja. Wir sind bundesweit und in Österreich im Einsatz.
Wir haben nur einmalig etwas anzubieten — geht das auch?
Ja. Nach einem Fest, einem Umzug oder einer Vereinsfeier fällt oft auf einen Schlag mehr an als sonst im ganzen Jahr. Eine einmalige Abholung ist genauso möglich wie eine regelmäßige; Sie brauchen dafür weder einen Behälter noch eine Vereinbarung.
Was passiert, wenn doch Fremdmaterial dabei ist?
Kein Drama. Ein paar Verpackungen ohne Pfand sortieren wir aus. Kritisch wird es erst, wenn der größere Teil der Ladung kein Pfandgut ist — dann wird aus der Abholung eine Entsorgungsfahrt, und die können wir nicht leisten.
Können wir das Sammeln später ausweiten?
Jederzeit. Viele fangen mit ein paar Kisten an, sehen nach einem Quartal, wie viel tatsächlich zusammenkommt, und richten dann eine feste Sammelstelle ein. Diese Reihenfolge ist die vernünftigere.
Was ist mit Mehrweg-Glasflaschen?
Die haben ein niedrigeres Pfand und sind deutlich schwerer. Sprechen Sie uns an, wenn größere Mengen anfallen — pauschal lässt sich das nicht beantworten.
Kurz gefasst
Eine Abholung nimmt Ihnen den Teil ab, an dem es sonst scheitert: Transport, Automat, Abrechnung. Was Sie beisteuern, ist trockene Lagerung in Säcken oder Kisten, eine rechtzeitige Meldung und jemanden, der am Termin erreichbar ist.
Dafür wird aus Leergut, das im Lager gestanden hätte, Unterstützung für ein Projekt, das Sie selbst ausgesucht haben.
Sie haben etwas stehen? Schreiben Sie an info@spendedeinpfand.com oder melden Sie sich über die Kontaktseite. Sagen Sie uns Ort, ungefähre Menge und wann Sie erreichbar sind — den Rest klären wir.
Aus Leergut wird Unterstützung
Spende Dein Pfand stellt Pfandbehälter für Unternehmen, Vereine, Schulen und Veranstaltungen. Wir holen kostenlos ab und geben den Erlös vollständig an gemeinnützige Projekte weiter.




